Veröffentlicht in Augmented Reality, Interaktivität, transmedia

Augmented Reality und Print

Brandaktuell finde ich derzeit die Weiterentwicklung von Augmented-Reality-Anwendungen und den damit einhergehenden Einsatzmöglichkeiten in Zusammenhang mit Print. Immer mehr Werbe- und Kommunikationsagenturen spezialisieren sich auf diesen Bereich. Anfangs waren es QR-Codes, dann kamen die ersten AR-Visitenkarten. Mittlerweile werden Werbeanzeigen oder Magazininhalte um AR-Anwendungen erweitert. Tiefgründige, zusätzliche Inhalte birgt dies nicht immer, aber einigen Spaß.

Da die AR-Elemente unaufdringlich sind, wird, im Beispiel der August-2010-Ausgabe des SZ-Magazins etwa, ein normales Lesen des Magazins nicht beeinträchtigt. Die zusätzliche Dimension wird nur durch eine Applikation auf dem Smartphone zugänglich. Mit diesem lässt sich im Falle des Magazins der Süddeutschen Zeitung dann das Titelbild zum Leben erwecken, Gedankenblasen in der immerguten Rubrik „Sagen Sie jetzt nichts“ hinzufügen oder Bilder einer Reportage erweitern. Damit ist aus meiner Sicht klar, dass Verlage Augmented Reality zukünftig vermehrt in Verbindung mit Print einsetzen werden, um ihre Printausgaben für medienaffine Nutzer aufzuwerten. Weiterhin bekannte Anwendungsmöglichkeiten von AR sind Stadterkundungtouren, bei denen mittels einer Anwendung des Handys historische Bilder über den jeweiligen Straßenzug oder eine Sehenswürdigkeit gelegt werden können oder aber Händler- oder Restaurantinformationen projiziert werden können.

Beispiele für Möglichkeiten von AR in Verbindung mit Museen werden bei audience+, einem Forschungsprojekt der Hochschule Luzern, erläutert, unter anderem die Aussicht darauf, historische Kostüme vielleicht einmal selbst per AR anprobieren zu können. Besonders interessant sind wie immer auch die Marketing-Aktionen großer Unternehmen, so etwa eine kürzlich in Norwegen von VW hervorgebrachte Print-Werbung, die das Spielen mit Matchbox-Autos aus der Kindheit aufzugreifen scheint und eine Testfahrt in kleinem Rahmen zulässt. Auch bei Otto wurde mit dem Katalog vom November 2010 auf eine eindringlichere Shopping- Erfahrung gesetzt. Eine solche wird jedoch nicht per Smartphone möglich, sondern in diesem Fall durch eine Kamera am Computer, die die Bilder auf dem Bildschirm in Bewegung versetzt.

Für narrative Strukturen und damit unseren Blog sind die verschiedenen AR-Anwendungen interessant, da sie miteinander zu einem transmedialen Storytelling verwoben werden können. In seinem Buch „Convergence Culture“ (2006) zitierte Henry Jenkins bereits einen Drehbuchautor, der das neue, vernetzte Erzählen auf den Punkt bringt: „When I first started, you would pitch a story because without a good story, you didn’t really have a film. Later, once sequels started to take off, you pitched a character because a good character could support multiple stories. And now you pitch a world, because a world can support multiple characters and multiple stories across multiple media.“ (Seite 116). Das Einbringen von AR-Anwendungen in solche Welten stellt nur den logischen Schritt hin zu erweiterten Erzählmöglichkeiten dar.

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