Veröffentlicht in Allgemein, Social Media, storytelling

Narratives im Netz, ein Tagungsbericht

Wie alle, die uns auf Twitter folgen, längst wissen, hatte es uns letzte Woche nach Gießen verschlagen – zu einer Konferenz über narrative Genres im Internet und in anderen neuen Medien. Genau unser Thema. Und siehe da, nach zwei Tagen Tagung können wir nun sagen, dass so einiges an Gattungen aufgemacht werden könnte. Wie der gastgebende Professor Ansgar Nünning in seiner Einleitung (gemeinsam mit Jan Rupp) jedoch eindrucksvoll darlegte, bedarf es derzeit zunächst einmal sinnvoller Parameter, die eine ebenso sinnvolle Aufstellung der Genres ermöglichen. Denn die Entwicklung ist so rasant, dass die ein oder andere Zuordnung, kaum eingeführt, schon wieder überholt wäre. Aus unserer Sicht soll es auch gar nicht darum gehen, allenthalben neue Gattungen zu definieren. Denn das Benennen überlassen wir gerne und großzügig den ausgewiesenen Forschungsexperten und beschränken uns lieber auf ein freundliches Beschreiben und Aufzeigen.

Spannend war auf jeden Fall, auf der Tagung Experten aus verschiedenen Fachgebieten vertreten zu wissen. So kamen wir in den Genuss, uns auch einmal mit narrativen Formaten im Netz auseinanderzusetzen, die wir sonst vermutlich nicht für unseren Blog in Betracht gezogen hätten. Wie z. B. Patientenberichte oder digitale Zeugenberichte von Holocaust-Überlebenden. Letztere unterscheiden sich zwar in ihrer Rezeption erheblich von einem Gespräch, das von Angesicht zu Angesicht mit einem Zeugen stattfindet, sind in ihrer digitalisierten Form jedoch dauerhaft zugänglich. Gerade die ständige mögliche Wiedergabe und das ebenso ständige mögliche Anhalten verdeutlichen ein wichtiges Merkmal der Rezeption im Netz. Nämlich das der Fragmentarisierung. So hüpft man ständig umher. Vom Bild zum Text zum verlinkten Hintergrundartikel zum Video, das man stoppt, um auf die Karte zu schauen. Ein wahrer Medienreigen und eine der wohl bedeutendsten Veränderungen, die mit der Rezeption von Narrativem im Internet einhergeht.

Interessant war auch die Frage nach der Authentizität eingestellter Inhalte, egal ob innerhalb der Profile in den sozialen Netzwerken oder in den von Unternehmen veröffentlichten Marketing-Blogs. Dazu aber vielleicht ein andermal mehr.

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